Die Kontaktlinsen- Anpassung bei Keratokonus bedarf ein hohes Maß an Erfahrung und Wissen und besitzt im Bereich der Kontaktlinse einen hohen Stellenwert. Genau das macht uns zu Spezialisten.

Bei einem Keratokonus müssen aufgrund der besonderen Hornhautform Kontaktlinsen mit einer speziellen Rückflächengeometrie angepasst werden. Damit in so einem Fall die bestmögliche Kontaktlinse ausgewählt werden kann muss die Hornhautform mit einem Videokeratograph bestimmt werden. Bei der Auswahl des in Frage kommenden Linsensystems spielt die Erfahrung des Anpassers eine große Rolle. Er muss wissen, welchen Einfluss welcher Rückflächenparameter auf den Linsensitz hat, damit die Passform optimiert werden kann. Bei jedem Keratokonus ist eine individuell angepasste und entsprechend angefertigte Kontaktlinse erforderlich.

Alle 6 Monate sollte eine Nachkontrolle erfolgen, dabei wird der Linsensitz, die Sehleistung und der Zustand der Hornhaut überprüft. Damit wird sicher gestellt, dass die Kontaktlinsen noch bestmöglich passen und sich in einem optimalen Zustand befinden. Ist dies nicht der Fall oder schreitet die Veränderung fort, so übt die nicht mehr passende Kontaktlinse in der Regel im zentralen Bereich der Hornhaut einen zu hohen Druck aus. Die Folge davon sind „wunde“ Stellen, die langfristig zu Vernarbungen und damit Trübungen in diesem Bereich führen. Nach einigen Stunden Tragezeit wird dies meist vom Kontaktlinsenträger als unbequem und verrutschen der Linse beschrieben. Damit keine Spätfolgen davon getragen werden sollte man im eigenen Interesse den Linsensitz überprüfen und gegebenenfalls optimieren lassen.

Was ist Keratokonus?
Der Keratokonus ist eine nicht entzündliche, zunehmend fortschreitende und meist beidseitig auftretende kegelförmige Hornhautveränderung. In deren Verlauf kommt es zu einer Vorwölbung von zentralen und parazentralen Bereichen der Hornhaut. Im Bereich der Vorwölbung kommt es zusätzlich zu einer Verdünnung der Hornhaut und in fortgeschritteneren Stadien können Narben und Trübungen entstehen.

Kann ein Keratokonus behandelt werden?
Eine Heilung des Keratokonus ist bislang nicht möglich und auch eine Verlangsamung des Fortschreitens der Veränderung kann durch Therapien nicht behandelt werden.
Auch eine Laser-OP ist nicht möglich, da diese das ohnehin schon geschwächte Hornhautgewebe noch stärker in Mitleidenschaft ziehen würde.
Durch die Vorwölbung der Hornhaut wird im Verlauf die Sehschärfe stark beeinträchtigt. Im Anfangsstadium kann der Sehschärfeverlust mit Hilfe einer Brille ausgeglichen werden, im fortgeschritteneren Stadien nur noch mit formstabilen (harten) Spezialkontaktlinsen. Ist der Keratokonus mit den Linsen nicht mehr korrigierbar, d.h. im sehr stark fortgeschrittenem Stadium, ist meist eine Hornhauttransplantation sinnvoll.

Woran merke ich, dass ich einen Keratokonus habe?
Durch die Vorwölbung der Hornhaut entsteht eine mehr oder weniger unregelmäßige Hornhautvorderfläche, die eine Bildverzerrung und somit Verschlechterung der Sehschärfe bewirkt. Außerdem kommt es durch die Hornhautveränderung zu einer zunehmenden Kurzsichtigkeit und einem Astigmatismus (Hornhautverkrümmung).
Des weiteren ist eine zusätzlich starke Lichtempfindlichkeit mit tränenden Augen zu beobachten.
Da der Keratokonus auf beiden Augen meist zeitlich versetzt auftritt, sind diese Sehverschlechterungen typischerweise auf einem Auge stärker ausgeprägt. Diese Veränderung wird häufig nicht bemerkt, da sie langsam stattfinden kann.

Woran merkt mein Augenarzt oder Augenoptiker, dass ich einen Keratokonus habe?
Die objektiven Anzeichen eines Keratokonus können mit speziellen Untersuchungsgeräten wie z.B. dem Keratographen festgestellt werden.
Am Spaltlampenmikroskop findet der Untersucher eine überdurchschnittliche Vorwölbung der Hornhaut sowie Veränderungen der Hornhautstruktur.
Im Rahmen der Brillenglasbestimmung sind Zunahmen der Kurzsichtigkeit (Myopie) verbunden mit einer Zunahme der Hornhautverkrümmung und einer stark abnehmenden Sehschärfe mit bester Brillenkorrektion charakteristisch.

Wann tritt ein Keratokonus auf?
Der Keratokonus tritt meist zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr auf. Meist wird der Keratokonus nur zufällig oder zu späteren Zeitpunkten erkannt. Die Ursachen der Entstehung sind bislang nicht bekannt.

Wie häufig tritt ein Keratokonus auf?
Eine Angabe zur Häufigkeit des Auftretens eines Keratokonus ist nicht abschließend möglich. Die Gründe dafür liegen zum einen darin, dass Keratokoni regional in sehr unterschiedlicher Häufigkeit auftreten. Zusätzlich gibt es verschiedene Hornhautformen, die den Anschein erwecken, dass es sich um einen Keratokonus geringer und damit subjektiv nicht wahrgenommener klinischer Ausprägung handelt. Angaben in der Literatur gehen von ca. 50 Fällen pro 100 000 Einwohner aus.

Wie kann der Verlauf eines Keratokonus aussehen?
Der Verlauf ist individuell sehr unterschiedlich. Bis zum Alter von ca. 40 bis 45 Jahren muss mit einem Fortschreiten der Veränderung und den dadurch auftretenden subjektiven Beschwerden gerechnet werden. Dann stellt sich in der Regel ein stabiler Zustand ein.
Die Veränderungen erfolgen in der Regel schubweise, die Zeit zwischen zwei Schüben ist individuell sehr unterschiedlich (von einigen Monaten bis hin zu Jahren) und sind vom psychischen und physischen Zustand des Betroffenen abhängig.
Während der Zeit, in der die Hornhautvorwölbung fortschreitet, versteilen sich die Krümmungsradien der betroffenen Hornhautbereiche. Im stark fortgeschrittenen Stadium ist eine extreme Vorwölbung der Hornhaut zu beobachten, sie verdünnt sich und es kann zu starker Narbenbildung kommen. Häufig muss dann eine Hornhauttransplantation durchgeführt werden.

Wer kann vom Keratokonus betroffen sein?
Keratokonus tritt gehäuft mit einer genetischen Veranlagung für allergische Reaktionen auf. Zusätzlich zeigt sich eine Häufung bei Menschen mit Down Syndrom und Mongolismus. Auch ein Zusammenhang mit seltenen systemischen Erkrankungen, bei denen der Aufbau von Bindegewebsanteilen gestört ist und Augenerkrankungen wie Leber´scher congenitaler Amaurose, Retinitis pigmentosa und frühgeborenen- Retinopathie wird diskutiert.

Ist der Keratokonus erblich?
Ein genetischer Zusammenhang für eine Keratokonus- Erkrankung ist sehr wahrscheinlich, allerdings ist der genaue Erbgang nicht geklärt.
In etwa 6- 15% der Betroffenen scheinen mehrere Mitglieder der Familie von diesem Krankheitsbild betroffen zu sein. Zudem tritt der Keratokonus in geschlossenen Populationen häufiger auf als in Großstädten.

Kann ich aufgrund eines Keratokonus erblinden?
Generell ist davon auszugehen, dass der Keratokonus nicht zur Erblindung führt. In einigen sehr seltenen Fällen kann eine sehr spontane und stark ausgeprägte Vorwölbung zu Schädigungen des Hornhautgewebes führen. Die dadurch entstehenden Trübungen können die Sehschärfe vorübergehend beeinträchtigen.
Je nach Ausbildung des Keratokonus ist für eine optimale Sehschärfe und maximalen Sehkomfort das Tragen von Kontaktlinsen notwendig.